Das Training

Das Training mit einer Blankwaffe stählt den Körper und schärft den Verstand. Wer mit einer historischen Blankwaffe trainiert um die verwendung gemäße Handhabung zu erlernen, muss wissen, dass sie einst ausschließlich einem Kampf auf Leben und Tod diente und er diesen Sport als Training zum Kampf begreifen sollte. Die individuellen Beweggründe sich im Umgang mit einer Blankwaffe vertraut zu machen sind absolut irrelevant. Entscheidend ist das Verständnis, womit und vor allem was trainiert wird; immer wach und gegenwärtig zu sein, wie leicht ein Mensch mit diesen Waffen verwundet oder getötet werden könnte. Dieses Verständnis fordert Verantwortung und sollte zu einer besonderen Achtbarkeit von Leib und Leben führen. Alle Techniken orientierten sich auf die Überwältigung des Gegners, das muss Jeder akzeptieren, um effektiv zu trainieren. Vermeintlich gefährliche Techniken nun wegzulassen oder soweit umzugestalten, dass ihr Sinn und Zweck kaum mehr erkenntlich ist, macht das Training mit dem Schwert sinnlos, da sich der Fechter nicht weiterentwickelt. Regelmäßiges Training über einen mehrjährigen Zeitraum ist unumgänglich. Hinzu kommt die konsequente und zielstrebige Arbeit an sich selbst. Denn nur eine gute Kondition und hervorragende Beweglichkeit gewähren einen wirkungsvollen Körpereinsatz, da eine Blankwaffe ‚nur‘ der verlängerte Arm des Fechters ist. Konsequentes Über- und Weiterdenken der erlernten Techniken, sowie ein breites ethisches Verständnis sind notwendig, um mit der Zeit eine Beziehung zur Waffe, zum Kontrahenten und letztlich zu sich selbst zu entwickeln.

Ad summa ist Fechten eine sportorientierte Profilierung gewünschter Charaktereigenschaften. Sich einem Gegner in erzwungenen Situationen stellen zu müssen ist manchmal unumgänglich, hier sind Ruhe und Selbstbeherrschung Vater der Tapferkeit. Sich aber selbst den eigenen Ängsten und Unzulänglichkeiten zu stellen, erfordert Mut und Eigeninitiative. Hier nützt alle Tapferkeit nichts, sondern nur eiserner Wille und Durchhaltevermögen. Denn weder Ziel noch Weg sind zu Beginn bekannte Größen.

Einen Weg zu erkennen erfordert Klarheit. Ihn dann auch zu beschreiten erfordert Entschlusskraft.